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Überblick zu Datenquellen, RAG und Quellenanbindung

Datenquellen (RAG)

Datenquellen sind die Basis für Retrieval-Augmented Generation (RAG) in meinGPT. Inhalte aus angebundenen Quellen werden indexiert und stehen Deinen Assistenten als Wissen zur Verfügung. Du kannst eine Datenquelle aber auch direkt in einem Chat anhängen, wenn Du nur einmal etwas darin nachlesen möchtest.

Wie die Suche funktioniert

Kunden-Wissensbestände sind oft groß. Hunderte oder tausende Gigabyte an Word-, PDF- und anderen Dateien sind keine Seltenheit. Jede Suchanfrage durch alle Dateien zu schicken wäre viel zu langsam. Deshalb wird vorab ein Suchindex aufgebaut. Funktioniert ähnlich wie Google, nur eben für Deine internen Dokumente.

Die initiale Indexierung kann je nach Datenmenge Stunden bis Tage dauern. Word-, PDF- und ähnliche Formate sind binär aufgebaut, der Text muss erst extrahiert werden. Dieser einmalige Aufwand zahlt sich danach in schnellen Suchergebnissen aus.

Eigenschaften der Suche:

  • Semantisch: Dokumente werden in mathematische Repräsentationen umgewandelt (sogenannte Embeddings), die den inhaltlichen Sinn erfassen, nicht nur einzelne Wörter.
  • Sortierung nach Relevanz: Treffer werden nach inhaltlicher Passung sortiert, nicht nach Häufigkeit eines Suchbegriffs. Ein Dokument, das thematisch zur Frage passt, kann höher ranken als eines mit dem exakten Schlüsselwort.
  • Anzahl der Treffer: Standardmäßig werden die zehn relevantesten Quellen zurückgegeben. Die Anzahl ist in den Einstellungen konfigurierbar.
  • Dateinamen-Suche: Neben dem Inhalt kann auch gezielt nach Dateinamen gesucht werden, etwa "Zeig mir Datei XY".

Achtung

Kein Filtern nach eigenen Metadatenfeldern. Datenquellen durchsuchen Dateiinhalte (semantisch) und Dateinamen. Zusätzlich lässt sich nach eingebauten Dateieigenschaften filtern: Pfad, Dateiendung, MIME-Typ, Erstellungs-/Änderungsdatum. Eigene Metadatenfelder aus Quellsystemen werden nicht als eigene, filterbare Felder übernommen — sie stehen der KI höchstens als Text im Dokumentinhalt zur Verfügung und sind damit nur über die semantische Suche auffindbar, nicht zuverlässig filterbar.

Sucheinstellungen pro Datenquelle

Jede Datenquelle hat ein eigenes Panel Sucheinstellungen (Datenquelle öffnen → Sucheinstellungen) mit drei Reglern:

  • Anzahl der Suchergebnisse — wie viele Chunks pro Suche an das Modell übergeben werden (Standard 10).
  • Re-Ranking aktivieren — fügt der anfänglichen semantischen Suche einen zweiten Relevanz-Sortierdurchlauf hinzu.
  • Such-Agent (experimentell) — leitet Suchen für diese Datenquelle über einen spezialisierten Retrieval-Subagenten, der mehrere interne Anfragen stellt und diese je nach Bedarf verfeinert oder verbreitert, statt einen einzelnen direkten Suchaufruf auszuführen.

Diese Einstellungen gelten pro Datenquelle, nicht pro Assistent — sie wirken unabhängig davon, ob die Datenquelle direkt in einem Chat oder über einen Assistenten genutzt wird.

Eckdaten der Cloud-Datenquelle

Für die meisten Teams ist die cloud-basierte Datenquelle die richtige Wahl.

EigenschaftWert
HostingmeinGPT Cloud (Hetzner, Deutschland)
Sync-IntervallAlle 15 Minuten
Suchergebnisse pro AnfrageStandardmäßig 10, einstellbar
SuchverfahrenSemantisch (Embeddings, sortiert nach Relevanz)
VerfügbarkeitIm Standardpaket enthalten

Verbindungsstatus

Jede Datenquelle zeigt einen Statuspunkt für den aktuellen Verbindungszustand:

StatusBedeutung
🟢 BereitVerbunden, wird regelmäßig synchronisiert.
🟠 Nicht bereitVerbindung besteht, die letzte Synchronisierung war aber fehlerhaft oder unvollständig.
🔴 Nicht erreichbarDie Quelle konnte bei der letzten Prüfung nicht erreicht werden.
⚪ UnbekanntStatus wurde noch nicht ermittelt (z. B. direkt nach dem Anlegen).

Häufige Ursachen für Nicht erreichbar bei einer einzelnen Datenquelle:

  • Der Zugriffstoken der Quelle (z. B. SharePoint, Google Drive, Confluence) ist abgelaufen oder wurde widerrufen
  • Berechtigungen im Quellsystem wurden entzogen
  • Netzwerk- oder Firewall-Änderungen auf Seiten des Quellsystems

Achtung

Zeigen alle Deiner Datenquellen gleichzeitig "Nicht erreichbar" — auch solche mit völlig unterschiedlichen Quellsystemen (z. B. SharePoint, Google Drive und Confluence gleichzeitig) — deutet das in der Regel nicht auf ein Problem mit den einzelnen Quellen hin, sondern auf eine temporäre Störung auf Plattformseite. Wende Dich in diesem Fall an den meinGPT-Support, statt einzelne Quellen neu zu verbinden.

Synchronisierung überwachen und Fehler beheben

Jeder Daten-Pool synchronisiert automatisch alle 15 Minuten. Schlägt eine Synchronisierung fehl, siehst und behebst Du das direkt in meinGPT.

Automatische Warn-E-Mail

Admins bekommen automatisch eine E-Mail, wenn es mit einem Daten-Pool ein Problem gibt:

  • Synchronisierung fehlgeschlagen – ein Daten-Pool ist mehrfach in Folge nicht synchronisiert. Neue oder geänderte Dokumente werden bis zur Behebung nicht indexiert.
  • Verbindung zur Datenquelle verloren – eine OAuth-Verbindung (z. B. SharePoint) kann ihren Zugriffstoken nicht mehr erneuern.
  • Viele Fehler bei der Synchronisierung – ein ungewöhnlich großer Anteil der Dateien einer Synchronisierung ist fehlgeschlagen.

Jede E-Mail verlinkt direkt auf die betroffene Datenquelle in den Einstellungen. Du kannst diese Benachrichtigungen unter Einstellungen → Benachrichtigungen → Datentresor-Benachrichtigungen einzeln ein- oder ausschalten.

Sync-Status prüfen

  1. Öffne Einstellungen → Datenquellen
  2. Klicke auf den betroffenen Daten-Pool
  3. Im Tab Synchronisierungsprotokolle siehst Du die letzten Synchronisierungsläufe inklusive Fehlermeldungen pro Datei

Synchronisierung manuell neu anstoßen

  1. Öffne den betroffenen Daten-Pool unter Einstellungen → Datenquellen
  2. Klicke auf Synchronisieren, um sofort einen neuen Lauf zu starten

Bei jedem Sync-Lauf – egal ob automatisch oder manuell angestoßen – werden auch Einträge für Dateien entfernt, die in der verknüpften Quelle gelöscht wurden. Ein manueller Re-Sync ist daher der richtige Weg, um veraltete Indexeinträge loszuwerden, ohne die Datenquelle neu anlegen zu müssen. In seltenen Fällen kann eine einzelne Löschung beim Abgleich übersehen werden und bleibt dann auch nach einem erneuten Sync bestehen – wende Dich in diesem Fall an den meinGPT-Support, damit wir uns die betroffene Datenquelle gezielt ansehen können.

Verbindung neu authentifizieren (OAuth-Quellen)

  1. Öffne den betroffenen Daten-Pool unter Einstellungen → Datenquellen
  2. Klicke auf Neu verbinden und authentifiziere Dich erneut
  3. Deine bestehenden Quelleneinstellungen bleiben dabei unverändert — es wird nur die Autorisierung erneuert

Hilft das nicht, wende Dich an support@meingpt.com.

Dateiformate

Gut unterstützt sind alle Formate, die primär aus Text bestehen:

  • Office-Dokumente: DOCX, PPTX, XLSX (mit Einschränkungen, siehe unten)
  • PDF
  • E-Mail-Dateien: EML und MSG (siehe „E-Mails und Anhänge" unten)
  • TXT, Markdown, HTML
  • Code-Dateien

Achtung

Excel-Tabellen sind ein Sonderfall. Beim Aufteilen in durchsuchbare Abschnitte (sogenanntes Chunking) geht der Tabellenkontext verloren. Eine einzelne Datenzeile ohne ihre Spaltenheader ergibt oft keinen Sinn mehr. Für Berechnungen, Auswertungen und Visualisierungen aus Excel-Dateien nutze stattdessen die Code-Sandbox, die die Originaldatei direkt verarbeitet.

OneNote-Workaround. OneNote-Dateien werden derzeit nicht direkt indexiert, weil das Format proprietär ist. Workaround: OneNote-Inhalte regelmäßig automatisiert exportieren, etwa via Make oder n8n, als PDF oder Text. Die exportierten Dateien lassen sich dann ganz normal als Quelle anbinden.

E-Mails und Anhänge

E-Mail-Dateien in den Formaten EML (offener Standard) und MSG (Outlook) kannst Du direkt in einen Datenpool legen. Betreff, Absender, Empfänger und der Nachrichtentext werden ausgelesen und durchsuchbar gemacht. Beide Formate werden gleichwertig unterstützt - eine vorherige Umwandlung von MSG nach EML ist nicht nötig.

Achtung

Anhänge in E-Mail-Dateien sind ein Sonderfall. Bei kleineren E-Mails wird der Inhalt von Anhängen (z. B. ein PDF) mitgelesen und indexiert. Bei größeren E-Mails werden Anhänge aus Performance-Gründen auf ihren Dateinamen reduziert - ihr Inhalt ist dann nicht durchsuchbar. Wenn ein PDF-Anhang genauso zuverlässig indexiert werden soll wie ein PDF, das direkt im Datenpool liegt, lege den Anhang zusätzlich als eigene Datei in den Datenpool.

Zugriffskontrolle

Datenquellen können auf bestimmte Teams eingeschränkt werden. Du legst Teams in der Admin-Oberfläche an und ordnest sie spezifischen Datenquellen zu. So steuerst Du, welche Nutzergruppen welche Daten sehen.

Details zum Anlegen und Verwalten von Teams: Team-Management.

Wie meinGPT mit Dateien arbeitet (3-Stufen-Modell)

Nicht jede Anfrage erfordert die gleiche Verarbeitungstiefe. meinGPT entscheidet pro Anfrage automatisch, wie tief es gehen muss. Es gibt drei Stufen:

StufeWas passiertReicht für
1. SucheDie Plattform durchsucht alle konfigurierten Quellen und liefert Snippets sowie Dateinamen zurückEinfache Fragen wie "Gibt es ein Dokument zu Thema X?"
2. Volltext ladenDas Modell lädt den kompletten Inhalt einzelner Dateien, die nach Stufe 1 relevant erscheinenInhaltliche Fragen zu einzelnen, nicht zu großen Dokumenten
3. Code SandboxDie Originaldatei wird in einem abgeschotteten Bereich (Sandbox) geöffnet und mit Python verarbeitetBerechnungen, Auswertungen, Diagramme aus großen oder strukturierten Dateien (z. B. Excel mit vielen Zeilen)

Du brauchst nichts manuell zu konfigurieren. Mehr Details zur Sandbox: Code Sandbox.

Achtung

Volltext kann viel Kontext verbrauchen. Stufe 2 lädt den kompletten Inhalt einer Datei oder Confluence-Seite auf einmal in den Chat – nicht nur den relevanten Ausschnitt. Sind mehrere große Quellen an denselben Assistenten oder Chat angebunden (z. B. eine Datenquelle und ein Confluence Space), kann bereits eine einzelne Anfrage einen erheblichen Teil des Kontextfensters des Modells verbrauchen. Behalte dazu die Kontextfenster-Anzeige im Eingabefeld im Blick und bevorzuge bei sehr großen oder stark verschachtelten Seiten (z. B. Confluence-Seiten mit vielen eingebetteten Makros) gezielte, eng gefasste Fragen. Mehr dazu: Chat zu groß für das Modell.

Hinweis

Hinweis für On-Premise-Setups: Stufe 3 (Sandbox) lädt Originaldateien temporär in die meinGPT Cloud, weil die Sandbox-Umgebungen dort laufen. Die Dateien werden nach der Verarbeitung sofort gelöscht. Bei datenschutzsensiblen Setups solltest Du das Deinen Stakeholdern transparent kommunizieren.

SharePoint Connector vs. Datenquelle: wann was?

Wenn Du SharePoint-Daten in meinGPT nutzen willst, hast Du zwei Optionen: den nativen Microsoft 365 Connector oder eine Datenquelle mit SharePoint als Quelle. Beide haben ihre Stärken.

KriteriumMicrosoft 365 ConnectorDatenquelle mit SharePoint-Quelle
SuchverfahrenDirektzugriff in EchtzeitVorab-Index, Sync alle 15 Minuten
BerechtigungenRespektiert SharePoint-Permissions automatisch (auf Nutzer-Ebene über OAuth)Admin konfiguriert manuell. SharePoint-Permissions greifen nicht automatisch
AuthentifizierungJeder Nutzer authentifiziert sich individuellZentral konfiguriert
SkalierungGut für gezielte Recherche in einzelnen Sites oder OrdnernSkaliert auf große Datenmengen, mehrere Quellen kombinierbar
Quellen kombinierenNur SharePoint und OneDriveMehrere Quellen in einer Datenquelle (SharePoint, lokale Dateien, Drive, …)

Faustregel:

  • Microsoft 365 Connector für die meisten SharePoint-Anwendungsfälle. Vor allem dann, wenn jeder Nutzer nur das sehen soll, was er auch in SharePoint selbst sehen darf.
  • Datenquelle, wenn Du große Bestände zentral indexieren willst, mehrere Quellen mischen musst oder eine zentrale Wissensdatenbank ohne individuelle Permissions brauchst.

Konfiguration & Empfehlungen

Daten gezielt eingrenzen

Es gibt kein hartes Datenlimit. Aber je mehr Daten eine Datenquelle umfasst, desto stärker konkurrieren irrelevante Treffer mit den passenden. Empfehlung:

  • Pro Datenquelle gezielt 500 bis 1.000 relevante Dateien anbinden, nicht den gesamten SharePoint
  • Lieber mehrere spezialisierte Datenquellen als eine riesige, zum Beispiel "HR-Richtlinien", "Produkt-Spezifikationen", "Vertriebs-Material"
  • Je präziser eine Datenquelle, desto besser die Treffer

Kurzbeschreibung sorgfältig formulieren

Die Kurzbeschreibung einer Datenquelle ist nicht nur Doku. Sie wird vom Modell genutzt, um zu entscheiden, ob eine Datenquelle für eine Anfrage relevant ist. Eine schlechte Beschreibung führt dazu, dass Datenquellen bei passenden Fragen nicht durchsucht werden.

Gut: "Enthält alle internen HR-Richtlinien, Prozessbeschreibungen und Onboarding-Dokumente."

Weniger gut: "HR-Dokumente."

Tool-Referenz im System-Prompt

In Assistenten-Instruktionen lohnt es sich, Datenquellen explizit anzusprechen. Zum Beispiel: "Starte jede Konversation damit, relevante Informationen aus der angebundenen Datenquelle abzurufen." Das macht die Nutzung der Datenquelle zuverlässiger.

Symptom: Assistent ignoriert einen verknüpften Datenpool. Antwortet ein Assistent trotz korrekt synchronisiertem und verknüpftem Datenpool aus allgemeinem Wissen statt aus dem Datenpool, ist eine fehlende Referenz im System-Prompt die häufigste Ursache — nicht ein Konfigurationsfehler am Datenpool selbst. Prüfe zuerst, ob die Anweisungen den Datenpool explizit erwähnen, bevor Du Sync-Status oder Berechtigungen untersuchst.

Advanced: Customer-Managed Outpost (On-Premise)

Wenn Du eine eigene On-Premise-Wissensinfrastruktur betreiben willst, etwa für regulierte Branchen oder besondere Sicherheitsanforderungen, kannst Du einen eigenen Outpost deployen. Daten verlassen Dein Netzwerk dann nicht. Ausnahme ist die temporäre Sandbox-Verarbeitung, siehe oben.

Sources

Alle unterstützten Quellen findest Du hier:

Typische Quellen:

  • SharePoint und OneDrive
  • Google Drive
  • Confluence
  • Amazon S3
  • WebDAV
  • SMB, IMAP-Postfächer und lokale Filesysteme (nur Enterprise Outpost — Konfiguration über den Outpost, nicht über die meinGPT-Oberfläche)

Custom Data Preparation Pipelines

Ein eigenes Muster mit S3-Übergabepunkt für Drittsysteme findest Du hier:

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